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Geschrieben von: Prof. Dr. Günther Scholz   

- Mitglieder des Fichtelgebirgsvereins in Thüringen -

Ganz spontan haben sich unsere langjährigen Wanderfreunde Inge und Heinz Hoppe vom Thüringer Gebirgs- und Wanderverein, Ortsgruppe Rudolstadt, bereit erklärt, die diesjährige Familienwanderung zu organisieren.Und so machten sich 20 Mitglieder des Fichtelgebirgsvereins auf den Weg nach Bad Blankenburg in Thüringen. 

Auf ihrer Datscha, unterhalb der Burg Greifenstein und oberhalb von Bad Blankenburg gelegen, begrüßten sie uns und überraschten mit Thüringer Bratwurst und Bier. Heinz musste Schwerstarbeit am Grill verrichten um 22 hungrige Mäuler zu versorgen. Wanderfreund Jahreis bedankte sich für die Einladung und die Ausrichtung der diesjährigen Familienwanderung. Er überreichte im Namen aller Teilnehmer einen Geschenkkorb mit Fränkischen Wurstwaren und Frankenwein.

Zur Einstimmung der Wandertage führte uns Heinz über schöne Wiesenhänge zu dem nicht allzu weit gelegenen kleinen Ort Zeigerheim. Ein altes, liebevoll restauriertes Gasthaus lud uns zur Rast ein. Ausgestattet mit vielen alten Geräten für Feld- und Hauswirtschaft, über deren Verwendungszweck wir teilweise rätseln mussten, stellte der Raum ein kleines Museum dar. Den Damen schmeckte der Kürbiskuchen, (natürlich muss es Kirmeskuchen heißen), besonders gut.

Ein erster Höhepunkt war bereits am nächsten Tag zu verzeichnen. Herr Prof. Dr. Günther Scholz (1. Vorsitzender des Thüringer Gebirgs- und Wandervereins, Ortsgruppe Rudolstadt), führte uns auf Schillers Spuren in und um Rudolstadt. Lebendig und eindringlich erzählte er und brachte uns Geschichte und Ereignisse von Rudolstadt und von Schiller nahe. Leider kann aus Platzgründen nicht auf alle Sehenswürdigkeiten eingegangen werden, aber ein paar Glanzlichter sollten doch Erwähnung finden:

  • So die Glockengießerei des aus Nürnberg stammenden Rotgießers Johann Meyer. Hier holte sich Schiller seine Inspirationen zu seinem Werk „Das Lied von der Glocke“. Eine Glocke über der Tür erinnert noch heute daran.
  • Die Stadtkirche St. Andreas. Besonders erwähnenswert sind der dreigeschossige Fürstenstand, den ein Stammbaum mit Ästen, Blättern und Wappenschildern überzieht, sowie das Schönfeldsche Epitaph.
  • Der Heißenhof. Die Familie von Lengenfeld wohnte hier. Von den beiden Töchtern heiratete Schiller Charlotte.
  • Die Heidecksburg, der Blick auf Rudolstadt war beeindruckend.
  • Das Fröbelhaus, Fröbel hat den 1. Kindergarten ins Leben gerufen.
  • Die Strickschule, hier wurden elternlose Mädchen aufgenommen und auf das Leben vorbereitet.
  • Der Handwerkerhof. Ein malerischer Innenhof lädt zum Einkaufsbummel in seiner kleinen Ladenpassage ein.

Für das leibliche Wohl sorgte ein Restaurant.
Über dem Marktplatz, vorbei am Günterbrunnen und dem Rudolstädter Theater, kamen wir zum Saaldamm. Bald ging es bergauf, bis die Schillerhöhe erreicht war. Hier hat Schiller in der Stille eine Reihe seiner Werke geschaffen. Heute erinnert ein Denkmal daran.
Wir wurden von Frau Scholz empfangen und passend zum Ort mit Schillerwein überrascht.

Durch den Heinrich-Heine-Park, vorbei an dem ältesten Freilichtmuseum Deutschlands mit seinen Thüringer Bauernhäusern, ging es zurück zum Parkplatz.
Wir bedankten uns bei Wanderfreund Scholz für seine überaus interessante Führung. Seine Erläuterungen waren nie ermüdend, sondern lebendig und fesselnd dargebracht, vor allem aber nicht mit Daten überfrachtet.



 

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